/Typisch sibirisch/

Sibirien bezeichnet im weiteren Sinn den asiatischen Teil Russlands, zwischen dem Ural im Westen und dem Pazifischen Ozean im Osten. Im engeren Sinn ist damit das Territorium Chanat Sibir gemeint, das Ende des 16. Jahrhunderts von Moskau erobert wurde, ohne die Großregion Ferner Osten. Die Kolonisierung des sibirischen Raums begann im Auftrag von Zar Iwan dem Schrecklichen (1530 - 1584).

Das Klima in Sibirien ist rauh, scharf kontinental. Die Durchschnittstemperaturen im Januar betragen zwischen -19 und -25 C°, im Juli zwischen 18 und 20 C° (im Tomsker Gebiet).

Sibirien ist 27mal größer als Deutschland. Die Fläche Sibiriens beträgt ca. 10 Mio. km2 (Deutschland 356910 km2). In Sibirien leben 30 Mio. Einwohner.

Die Wälder Sibiriens sind reich an Birken, Fichten, Lärchen, Zirbelkiefern und Edeltannen. Die Sibirische Kiefer, die im Russischen Kedr genannt wird, aber nicht mit den Zedern verwandt ist, besitzt fünf lange Nadeln in einem Büschel (die Waldkiefer dagegen nur zwei), erreicht eine Höhe von maximal 60m und ein Alter von über 500 Jahren. (s.Foto-8) Die Samen ihrer Zapfen werden „Brot der Taiga" genannt, denn sie enthalten bis zu 60% Fett und etwa 20% Eiweiß und sind daher sehr nahrhaft. Die Samen der Zirbelkiefer (s.Foto-7) reifen mehr als 2 Jahre und daher wirken sich kalte und feuchte Sommer nicht nur auf eine, sondern auf zwei Ernten in Folge aus. Eine gute Ernte wiederholt sich nur in Abständen von sechs bis zehn Jahren, aber dann lassen sich mehr als 300 kg Samen pro Hektar sammeln. Die Zirbelkiefer wurde gezielt in der Nähe von Ortschaften ausgesät. Die natürliche Verbreitung übernimmt aber die Kedrovka, der Tannenhäher. Dieser frißt nur einen Teil der Samen, die anderen speichert er im Kropf und vergräbt sie als Reserve an sonnigen Hängen. Auf diese Weise verbreitet der Tannenhäher bis zu 60kg Samen pro Saison.

Die sibirische Taiga ist durch solche Pelztiere wie Zobel, Eichhörnchen, Nerz, Fuchs, Hermelin, Biber, Otter, Hase, Bisamratte, Luchs u. a. bekannt. Die Flüsse sind fischreich: sibirischer Weißlachs, Stör, Hecht, u.a. Es gibt viele Vogelarten: Meisen, Gimpel, Zederhäher, Sperlinge, Auerhähne, Rebhühner, Haselhühner, u.v.m. Aber in den sibirischen Wäldern gibt es leider auch Zecken. Daher sollte man sich gegen Enzephalitis impfen lassen, wenn man im Wald spazieren gehen möchte.

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